Von Herzens- und Seelenhunden



Heute geht es um ein meiner Meinung nach ganz sensibles und vor allem persönliches Thema.

Jeder von uns hat bestimmt schon einmal Begriffe wie "Herzenshund" oder "Seelenhund" gehört. Ich selbst zum Beispiel das erste Mal von meiner Mama. Sie sagte mir immer, ihre Malteser-Hündin Karoline, die im Frühjahr 2013 über die Regenbogenbrücke ging, sei immer ihr Seelen- und Herzenshund gewesen und dass dieser Status bis heute unerreicht geblieben ist.

Aber nicht nur meine Mutter hat diesen Begriff benutzt, wie mir ein paar Jahre später aufgefallen ist. Viele Bekannte und Freunde sprachen seither immer mal wieder von "diesem einem ganz besonderen" Hund. Also habe ich mich mal ans "Recherchieren" gemacht.

Ihr müsst wissen, dass ich in einem Cavalierliebhaber-Forum angemeldet bin (da ist sie wieder, die Cavalierverrücktheit) und deshalb habe ich da einfach mal gefragt und nicht ansatzweise geahnt, welche Antworten ich bekommen würde.


"Was macht einen Hund für euch zum Seelenhund / Herzenshund?"


Zuerst fiel mir auf, dass viele zwischen einem Seelenhund und einem Herzenshund unterscheiden. Für manche ist es aber ein und das selbe, nur eben unter einem anderen Namen. Wiederum andere benutzen solche Begriffe überhaupt nicht und können das Gefühl nur schwer in Worte fassen.

Ich habe so viele ehrliche Schilderungen und Erklärungen bekommen, die mich zum Teil wirklich tief bewegt haben. Leider muss ich jetzt schon sagen, dass es mir nicht gelingen wird, alle Antworten zu veröffentlichen. Das würde definitiv den Rahmen sprengen (mal davon abgesehen, dass bestimmt keiner von euch so viele Taschentücher parat hat). Trotzdem möchte ich euch einige, genauer gesagt neun davon, nicht vorenthalten. Da ich mir aber nicht sicher bin, ob sie damit einverstanden sind, dass ich die Namen veröffentliche, verwende ich im Folgenden nur Kürzel.

I. Von Walentina und Madita 

A. S. schrieb mir als Erste, sie war quasi die mutige Vorreiterin, die "den Stein ins Rollen brachte".

"Walentina war mein Seelenhund. Wir haben uns blind verstanden...
...sie war meine nach außen getragene Seele." 

Sie schrieb mir, dass jeder der bei ihrer ersten Begegnung mit Walentina dabei war, diese Magie zwischen den beiden sehen konnte und das zwischen ihnen eine so tiefe Verbundenheit herrschte, dass jede einzelne Sekunde weh tat, in denen die beiden voneinander getrennt waren. 

"Und dann kam Madita..."


Auch zwischen Madita und A. herrschte eine tiefe Verbundenheit, die beiden lachten und weinten miteinander. Wenn es Frauchen nicht gut ging, spürte Madita das und auch A.'s Herz schmerzte, wenn es Madita nicht gut ging. Im letzten Jahr hat sie innerhalb kürzester Zeit beide Hunde verloren und damit ihr Herz und ihre Seele. 

II. Von Daisy und Frieda

J. ist der festen Überzeugung, dass es im Leben mehr als nur einen Herzens- und Seelenhund gibt. Sie gibt die Hoffnung nicht auf, dass man einen weiteren Seelenhund finden kann, obwohl man einen anderen schon gehen lassen musste. 

"Durch sie konnte ich endlich wieder glücklich sein."

Daisy hat eine ganz große Bedeutung in J.s Leben, weil sie ihr aus einer schwierigen Lebensphase geholfen hat. Daisy gab ihrem Frauchen wieder eine Aufgabe und somit einen Sinn. Die kleine Maus gab ihr ihre Lebensfreude zurück und half ihr, ihr Glück wieder zu finden. 

"Es [...] lässt mein Herz hüpfen, wenn ich ihre Lebensfreude sehe."

Frieda ist die zweite Hündin von J. und lässt ihr Herz tanzen. J. bezeichnet Frieda als ihren Herzenshund, weil sie sie sich von Herzen gewünscht hatte. 

III. Von Dedi, Josy und Daisy 

Dedi war D.s Seelenhund, dieser eine, ganz besondere Hund, den es nur ein Mal im Leben gibt. 

"Es gab da ein unsichtbares Band, eine Verbundenheit, die ich bei keinem anderen spüre / spürte."

Diese Gefühle lassen sich nur schwer beschreiben und sie weiß auch nicht genau, wie sie sie in Worte fassen soll. Was sie aber weiß ist, dass man diese besondere Verbundenheit einfach spürt. Obwohl sie jede einzelne Fellnase über alles liebt und geliebt hat, war es bei Dedi nochmal etwas anderes.

Und dann kam Josy... 
Josy hat ihrem Frauchen D. geholfen, die schwere Zeit zu überstehen, in der auch sie zwei Hunde innerhalb weniger Wochen - darunter Dedi - gehen lassen musste. Josy hat ihr Mut gemacht und Kraft gegeben, diese und andere Schicksalsschläge zu überstehen. Kein Wunder, dass D. ihre Liebe zu Josy als bedindungslos beschreibt. Aber auch klein Daisy, etwa in Daridas Alter, ist ihr in den kurzen Wochen die sie bei D. ist, so sehr ans Herz gewachsen und wird so so sehr geliebt, dass es schon fast verrückt ist. 


IV. Von Jessi, Snoopy und Yuki

S. musste bereits Jessi und Snoopy über die Regenbogenbrücke gehen lassen. Als Jessi ging, dachte sie wirklich, dass es nie wieder möglich wäre, einen Hund in ihr Herz zu lassen. Doch dann kam Snoopy, zu einem Zeitpunkt, an dem das Leben es nicht wirklich gut mit S. meinte. 

" Ich war mich sicher, wenn Snoopy geht....dann kann ich nie wieder einen Hund in mein Leben lassen."

Und dann musste sie auch Snoopy gehen lassen, zu einer Zeit, in der das Schicksal wieder zuschlug. Acht Wochen lang waren S. und ihr Mann M. sich wirklich sicher, dass es wirklich keinen weiteren Hund geben wird, da nicht einmal Fotos von niedlichen Welpen ihr Herz erwärmen konnten. 

"...und da war dieses kleine Ding was mich von der ersten Sekunde an bedingungslos geliebt hat, auf mich zugestürmt ist..."
Yuki war anders als ihre Vorgängerinnen: die anderen beiden kamen als Welpen. Wir kennen wohl alle den Effekt, den Welpen auf einen haben. Man liebt sie einfach und wächst Stück für Stück zusammen. Aber bei Yuki war es anders. Sie war ausgewachsen und ist S. direkt ins Herz gesprungen, so wie sie es noch nie zuvor erlebt hatte. Dieses Gefühl beruht auf Gegenseitigkeit, Yuki liebt ihr Frauchen ebenso abgöttisch. Genau das macht sie zu einem Herzens- und Seelenhund.

V. Von Leni und Pina

A. schrieb mir später von ihren Hündinnen Leni und Pina...
"Für sie gibt es nur den einen Menschen und das bin ich"


Die Rede ist hier von Leni. Leni würde für A. alles tun und sucht wie verrückt die Nähe zu ihr. Wenn A. alleine in einem Raum verschwindet, in den Leni nicht rein kann, wartet sie lieber vor der Tür als bei dem Rest der Familie zu sein. Sie ist wie ein Leibwächter: Wo A. ist, da ist auch Leni.

"Wir sind einfach seelenverwandt."

A. schreibt, dass Pina ein Teil von ihr ist, dass Pinas Charakter so sehr ihrem als Kind ähnelt und sie somit genau fühlen kann, wie es ihr geht.


VI. Von Chivas und Sky

C. kann zwischen Seelen- und Herzenshunden nicht unterscheiden, aber für sie ist klar: Chivas war beides. Sie dachte immer, kein anderer Hund würde jemals an ihn ran kommen - sie waren ein Herz und eine Seele. Sie waren immer zusammen und die Leere, die er hinterließ als er ging, war unerträglich. 

"Er war derjenige, der mich immer wieder aufgebaut hat, wenn ich down war, und als er starb, war da keiner mehr...."

Sieben Wochen lang, ging es C. immer schlechter und schlechter und dann sah sie ein Foto von Sky und wusste ganz genau, dass dieser Hund zu ihnen gehörte. Als sie ihn das erste Mal getroffen hat, war es so, als würden sie sich schon ewig kennen. Seit er da ist, geht es C. endlich wieder gut - jetzt sind die zwei ein Herz und eine Seele. 

VII. Von Franca

Francas Frauchen P. wollte schon als Kind immer einen eigenen Hund. Wie das Leben manchmal so spielt, erlaubten es erst die Eltern nicht und dann der frühere Lebensgefährte, mit dem sie zusammen in seinem Haus lebte. Als es anfing zu kriseln, zog sie aus und sah im Internet ein Bild von Franca.

"Im Internet erblickte ich dieses Häufchen Elend und ich wu[ss]te -
 jetzt oder nie - die oder keine!"

Franca hatte mit ihren jungen zwei Jahren schon etliche Erkrankungen durch und trotzdem: es war Liebe auf den ersten Blick. Selbst die Tierschutzorganisation konnte nicht glauben, dass wirklich jemand Interesse an diesem armen Geschöpf hatte. Sie zog bei P. ein und wurde ihr Seelenhund. Sie half ihrem Frauchen, die Trennung zu überstehen, Gewicht zu verlieren und einfach ein anderer Mensch zu werden, zu einem "Ich" zu finden, mit dem sie sich wohl fühlte. 

Die beiden hielten zusammen wie Pech und Schwefel, bezwangen zusammen Francas Krankheiten und ein einziger Blick reichte aus, um P.s schlechten Tag wieder ins Gegenteil zu kippen. Als P. Franca gehen lassen musste, fühlte es sich so an, als wäre auch ein Teil von ihr für immer gegangen. 


VIII. Von diesem einen Herzens- und Seelenhund

N.s Beitrag ist für mich ganz besonders, weil ich mich selbst in ihren Worten so sehr wiederfinden konnte. Sie selbst hat drei Hündinnen und sagt von vornherein, dass es ihr schwer fällt einen Hund rauszupicken. Immerhin hat sie zu jeder einzelnen eine ganz besondere Bindung. 

"Sie braucht meine Nähe und meine Berührungen so sehr wie kein anderer Hund und ich merke, dass dieses was uns beide verbindet etwas in mir füllt, wovon ich nicht wusste, dass es leer war."

Trotzdem ist da eine Hündin unter ihnen, die bei ihr etwas auslöst, dass sie vorher nicht kannte. Diese Hündin ist auf mehrere Arten etwas ganz besonderes. N. hat diese Hündin nie gesucht, aber sie hat sie gefunden. Glaubt mir wenn ich euch sage, diese Begegnung war Schicksal pur. Sie ist so unendlich unschuldig, dass sie in ihr das Gefühl auslöst, sie vor allem Bösen auf der Welt beschützen zu müssen, so wie eine Mutter ihr Kind beschützen und vor Unheil bewahren möchte. 

IX. Von allen Herzens- und Seelenhunden

I. schrieb einen Kommentar, der mich wirklich zum Nachdenken gebracht hat, um genau zu sein der erste Satz ihres Kommentars. Sie schrieb, dass irgendwie alle Hunde, die uns im Laufe unseres Lebens ein Stück weit begleiten, Herzens- und Seelenhunde sind. Jeder einzelne von ihnen. 

"Aber da gibt es den einen Hund, der ein besonders besonderer Seelenhund ist. Es ist der Hund, den man glaube ich, nur ein Mal im Leben hat. Mein Seelenhund war meine Cavalierhündin Caroline."

Caroline war I.s Schatten und hat sich mit ihrem lieben Wesen in ihr Herz geschlichen. Sie ist aufgeblüht, wenn ihr Frauchen mit ihr Tricks geübt hat und war einfach die Verkörperung von Sanftmütigkeit. Durch ihre Art und ihr Wesen, gab es weder Zwei- noch Vierbeiner, die sie nicht mochten. Als I. sie gehen lassen musste, ging auch ein Teil von ihr und obwohl Ginger auf dem besten Weg befindet, ebenfalls zu einem Seelenhund zu werden, sind dies doch im Grunde alle unsere Hunde. 



Kleine Danksagung

Ich möchte euch an dieser Stelle nochmal von ganzem Herzen für eure ehrlichen, berührenden und sehr persönlichen Worte danken. Danke, dass ihr mir ein Stück von eurer Seele und eurem Herzen anvertraut habt und danke, dass ich diesen kleinen Artikel hier veröffentlichen darf. Ich hoffe, dass ihr mit ihm zufrieden seid. 

Bis bald,

Eure Cavaliermädchen!

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